MARLY SKIN® - Hautschutz-Schaum
Das Mittel bei Hautproblemen

F. Schön, Bad Reichenhall

Allergieprobleme beim Tragen von Handschuhen  

Die Tatsache, dass heute aus vielen Gründen auch für den Zahnarzt und seine Mitarbeiterinnen das Tragen von Handschuhen bei verschiedenen Eingriffen im Mund gefordert wird, stellt nicht nur den Praxischef vor finanzielle u.ä. Probleme, sondern verlangt auch eine Berücksichtigung allergischer Affektionen der Hände unter den Handschuhen.

Bei Anwendung eines neuen Hautschutzmittels „Marly Skin“ scheinen diese allergischen Reaktionen nicht aufzutreten. Dies würde schon die Lösung eines bekannten Problems bedeuten: nämlich „Hautschutz vor dem Schutzhandschuh!“

Die Zahl der Berufskrankheiten hat in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Dabei liegt die Steigerungsrate bei den Erkrankungen der Haut prozentual wesentlich höher als bei den berufsbedingten Krankheiten z.B. der Atemwege, der Lungen, durch Infektionen, durch chemische bzw. physikalische Einwirkung und durch andere Noxen.

Der Krankheitsmechanismus verläuft nach Rudolph, Bad Salzuflen, in zwei Phasen:

1. Die permanente Einwirkung einer Noxe (in meist unterschwelligen Konzentrationen) über einen längeren Zeitraum. Ein klassisches Beispiel dafür ist die extreme Feuchtigkeitsexposition, der Friseurlehrlinge im ersten Lehrjahr durch das ständige Durchführen von Haarwäschen ausgesetzt sind. Dies führt zur Überforderung der physiologischen Regenerationsfähigkeit des belasteten Hautareals und schließlich zur Ausbildung einer sog. Abnutzungsdermatose
 (kumulativ-subtoxisches Ekzem, toxisch‐degeneratives Ekzem, traumatives Ekzem sind die am häufigsten gebrauchten Synonyma).

in diesem Stadium bestehen noch gute Aussichten für eine „Restitutio ad integrum“, also einer kompletten Ausheilung.

2. Besteht der Kontakt zu der jeweiligen Noxe jedoch weiter, ist eines Tages der „point of no return“ erreicht. Die damit erfolgte Allergisierung bleibt, je nach Qualität des „immunologischen Gedächtnisses“, mehr oder weniger lange bestehen, meist aber lebenslang.
Für die Verhütung des berufsbezogenen allergischen Kontaktekzems ist also das rechtzeitige therapeutische Eingreifen von entscheidender Bedeutung.

Sicher sind Hautprobleme bei bestimmten Berufsgruppen vorprogrammiert, z.B. bei Friseuren, Bäckern, Ärzten, Zahnärzten, Pflegepersonal (im weitesten Sinne). Aber die allergische Sensibilisierung durch Pflanzen, Nahrungsmittel, Nickel (Modeschmück), Pestizide (Gartenarbeit), Farben, Shampoos (Alkaliwirkung), Gummihandschuhe (Schwitzen, Mazeration), Medikamente u.v.a.m. hat im Verlauf der letzten Jahre eine erschreckende Steigerung erfahren. Während früher die allergisierenden Noxen auf wenige Zielgruppen und anfällige Einzelpersonen beschränkt waren, bereitet die Suche nach den Ursachen den Dermatologen trotz neuer Methoden, wie Testpflaster (Square Chambers), der Beobachtung der Verlaufsdynamik und anderer moderner technischer Hilfsmittel (Kontaktthermographie o.ä.), immer größere Schwierigkeiten.

Hautprobleme beim Tragen von Handschuhen im zahnärztlichen Bereich

Uns zahnärztlichen Praktikern, aber auch dem Pflegepersonal in Kliniken, macht zur Zeit das Problem der Hauterkrankungen unter Handschuhen gewisse Sorge.

Für den chirurgisch arbeitenden Zahnarzt und seiner assistierenden Helferin ist heute schon das Tragen von Handschuhen eine ebensolche Notwendigkeit wie für den Chirurgen, trotzdem die Mundhöhle nicht mit dem Operationsmilieu des Chirurgen verglichen werden kann.

Gräf, Erlangen schreibt: „Unter den gegenwärtigen seuchen‐hygienischen Bedingungen sollte das Tragen geeigneter Schutzhandschuhe bei jeder zahnärztlichen Tätigkeit unbedingt zur Infektionsprophylaktischen Sorgfaltspflicht jedes Zahnarztes erhoben werden.“

Zwei für uns Praktiker wesentliche Fragen stellen sich automatisch bei einer so apodiktischen Forderung, die weitgehende juristische Konsequenzen in sich birgt und zwar die Frage der Verträglichkeit und die der Wirtschaftlichkeit.

Handschuhe obligatorisch?

Zu diesem Thema erscheint die Wiedergabe eines Berichtes über ein Symposium über HIV-lnfektion in Zürich doch interessant, weil in der Debatte deutlich zum Ausdruck kommt, dass ein endgültiges Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen wurde. Dr. Hoffmann, Oberarzt des Departments Chirurgie am Universitätsspital Zürich, äußert sich besorgt über die vielfachen Ansteckungsmöglichkeiten, denen die Ärzte und Schwestern ausgesetzt sind.

Täglich kämen durchschnittlich fast ein Dutzend HIV‐Patienten in die Poliklinik. Mehr als 90 % der Drogensüchtigen, die zur Behandlung eines Spritzenabszesses kommen, sind HIV‐Positiv, weil Drogeneinsteiger meist kein eigenes steriles Injektionsbesteck besitzen, wenn sie zum ersten Mal zum Heroinkonsum überredet werden.

Hoffmann empfiehlt doppelte Handschuhe, Mund‐Nasenschutz und eine allseitig abschließende Brille.

Dagegen wandte Lüthy, Medizinische Poliklinik des Universitätsspitals Zürich, ein, in der ganzen Weltliteratur sei noch kein Chirurg bekannt geworden, der sich bei der Ausübung seiner Tätigkeit infiziert hätte ‐ man möge deshalb „die Emotionen etwas zurückschrauben“.

Mängel der Handschuhe

Stresemann, Bad Salzuflen, hat darauf hingewiesen, dass der Handschuh aus vielen Gründen keinesfalls als die optimale Lösung des Hautschutzproblems betrachtet werden kann.

Er führt folgende Gründe an:


1 Der Handschuh ist mechanisch verletzbar und kann dadurch augenblicklich unbrauchbar werden.

2 Er behindert bei Feinarbeiten die erforderliche manuelle Geschicklichkeit.

3 Er ist für eine große Zahl von chemischen Substanzen durchlässig. Das Sicherheitsbewusstsein, das er vermittelt, kann daher trügerisch sein.

4 Sein Material kann zu Sensibilisierungen und zur Entwicklung von allergischen Hauterkrankungen wie zu den typischen Kontaktekzemen führen.

5 Er begünstigt bei nicht allergisch bedingten Hautkrankheiten der Hände Verschlimmerungen des Hautzustandes.

6 Er führt durch Luftabschluss auch bei gesunder Haut nach gewisser Anwendungszeit, die bei ca. 10 Minuten beginnt, zu Feuchtigkeitsstau und damit zu übermäßiger Durchfeuchtung der Haut mit ihren Folgen.

Ganz abgesehen von Undichtigkeiten, die durch spitze Instrumente etc. während der Arbeit hervorgerufen werden können, haben experimentelle Untersuchungen durchgeführt von Lampf am Institut für Hygiene der Freien Universität Berlin, ergeben, dass 4 verschiedene Fabrikate mit insgesamt 1600 Vinyl‐ bzw. Latexhandschuhen bis zu 60 % Undichtigkeit gegenüber Wasser zeigten.

Es liegt auf der Hand, dass ein Handschuh, der mit so vielen „pinholes" für Wasser durchlässig ist, auch chemischen Substanzen Durchlass verschaffen kann. Aber selbst wenn ein Latexhandschuh eines Fabrikates nur 1,1 % Wasserundichte aufwies, so ergab sich doch, dass das Material für viele flüssige Chemikalien gar keine oder nur beschränkte Durchlässigkeitssperre bot.

Hepatitis B gefährlicher als HIV

Wenn in letzter Zeit die Möglichkeit einer Kontamination durch Aids‐Viren in den Vordergrund unserer Schutzmaßnahmen gestellt wurde, so liegt die Ansteckungsgefahr für uns Zahnärzte und Helferinnen eigentlich weniger bei der HIV Infektion.

Die Möglichkeit, durch Speichel infiziert zu werden, ist verhältnismäßig gering, mehr bei blutigen Eingriffen. Wesentlich höher kann heute die Gefahr einer Infektion durch Hepatitis B gewertet werden.

Anlässlich der Jahrestagung der Association of Oral and Maxillofacial surgeons in Berkeley (Atlanta) wurde das Ergebnis einer für uns Zahnärzte wichtigen Studie in den USA veröffentlicht:

„Von den 434 Mund‐ und Kieferchirurgen, die sich an der Erhebung beteiligten, wiesen 26 % Anzeigen einer durchgemachten Hepatitis-B‐Virusinfektion auf. Je jünger die Teilnehmer, desto häufiger hatten sie Arbeitshandschuhe verwendet, je älter sie waren, desto häufiger waren sie seropositiv“.

Trotzdem zeigten die Kieferchirurgen, die bei jedem Patientenkontakt Handschuhe trugen, verglichen mit denen, die immer darauf verzichteten, keine signifikant unterschiedlichen Seroposivitätsraten.

Diese statistischen Ergebnisse bedeuten keineswegs einen Verzicht auf Handschuhe und andere Schutzmaßnahmen, denn trotz aller Mängel bleibt uns vorläufig als der beste Infektionsschutz immer noch der Handschuh, aber als sicherster Schutz gegen Hepatitis B wird ausschließlich die Impfung des gesamten Praxisteams empfohlen.

Hautprobleme

Neben den Überlegungen bezüglich eines ausreichenden Schutzes gegenüber protektiven Infektionen durch Handschuhe interessiert uns Zahnärzte wie Chirurgen mit unserem Pflegepersonal vor allem das Problem von Hautschädigungen unter Handschuhen.

Denn beim ständigen Tragen von Handschuhen (wie das von manchen Hygienikern verlangt wird) kann es zu Schwitzen, Mazeration und Jucken der Haut kommen, weiterhin zur Entstehung von Kontaktekzemen, sogar mit Fernreaktion in Form Rhinitis und Asthma.

Der neue „flüssige Handschuh“

Da der Säureschutzmantel der Hände durch häufiges Waschen sich ständig vermindert und fettige Salben, Cremes wie Emulsionen an Stelle von Handschuhen nur glitschige Finger bewirken bzw. dauernd neu aufgetragen werden müssen, ist eine neue Erfindung eines schwedischen Chemikers wärmstens zu begrüßen. Das Produkt „Marly‐Skin" ist nicht‐fettend, unsichtbar und geruchlos sowie völlig ungefährlich. Das Treibgas im Schaumspender ist völlig umweltfreundlich. MarIy Skin kann nach Schöpf, Universitäts‐Hautklinik Freiburg, die hautirritierende Wirkung von Detergenzien und alkalischen Substanzen eindeutig vermindern.

Marly-Skin kein Handschuhersatz

Der besondere Wert dieses neuen Hautschutzmittels Marly‐Skin besteht meines Erachtens nicht in der Frage eines Ersatzes der Handschuhe, sondern in der Tatsache, dass durch den neuen Hautschutz selbst bei längerem Tragen von Latex‐ oder Vinylhandschuhen Hauterkrankungen ausgeschaltet werden können. Die ersten Erfahrungen sind so ermutigend, dass den Zahnärzten, ihren Mitarbeiterinnen sowie den Angehörigen technischer Labors nur empfohlen werden kann, diesen Versuch zu wagen. Allerdings sollten die Hände nicht kurz vorher mit einer Hautcreme eingerieben werden. Wenn Marly Skin sich wirklich als so hilfreich erweist, ist das Tragen von Handschuhen in der zahnärztlichen Praxis nur mehr ein finanzielles Problem. ‘

Wissenschaftliche Untersuchungen wurden durchgeführt von:

Klinikum der Christian»Albrechts-Universität Kiel, Zentrum für Zahn-, Mund‐ und Kieferheilkunde
Prof. Dr. K. Bößmann, Arnold‐Heller-Str. 1‐6, Kiel1

Institut für Pharmazeutische Technologie der Technischen Universität Braunschweig
Prof. Dr. Claus Führer Mendelsohnstr. 1, Braunschweig

Priv. Doz . Dr. R. Rudolph, Institut für Arbeits- und Sozialmedizinische Allergiediagnostik
Chefarzt der Nordseeklinik Norderney, Bad Salzuflen

Priv. Doz. Dr. med. Roland Niedner Universitäts‐Hautklinik Freiburg, Hauptstr. 7, Freiburg

Caritaskrankenhaus Bad Mergentheim
Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg
Chefarzt Prof. Dr. med. habil. H.-W. Springorum, UhIandstr. 7, Bad Mergentheim

Institut für Krankenhaushygiene und lnfektionskontrolle
Dr. med. Burkhard Wille, Siemensstr. 18, Gießen 1

Klinikum der AIbert-Ludwigs-Universität Universitäts-Hautklinik
Prof. Dr. E. Schöpf. Hauptstr. 7, Freiburg

Institut für Praxishygiene und Präventivmedizin der Universität Erlangen»Nürnberg
Prof. Dr. Dr. W. Graf, Erlangen

Institut für Arbeits- und Sozialmedizinische Allergiediagnostik
Prof. Dr. med. Ernst Stresemann, Parkstr. 37/40, Bad Salzuflen 1

Dr. med. dent. Wolfgang Bengel. Römerstr. 3, Lorsch